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Der Religionskurs besucht die Synagoge am 13.02.2020

Der Religionskurs S4 besuchte am 13.2.20 die Synagoge.

Der Grundstein der Synagoge an der Hohen Weide in Eimsbüttel wurde 1958 gelegt- 20 Jahre nach der Reichspogromnacht 1938, als die Synagoge am Bornplatz im Grindelviertel niedergebrannt wurde. Seit Anfang der 1990er Jahre werden die Synagoge und die Joseph-Carlebach- Schule im Grindel von der Polizei bewacht, Straßenabschnitte sind gesperrt. Über dem Eingang des modernen Gebäudes prangt auf Hebräisch eine Zeile aus der hebräischen Bibel (Tanach= als Schriften des Alten Testamentes im christlichen Bibelkanon): „Friede wohne in deinen Mauern, in deinen Häusern Geborgenheit“(Psalm 122,7)! Miriam Salomon, eine ältere Dame, die als Kind mit ihrer Familie von Israel nach Hamburg kam, später in Israel studierte und wieder zurückkehrte, berichtet uns sehr lebendig von dem jüdischen Leben in Hamburg. Der neue Versammlungsort wurde für die inzwischen ca. 3000 Gemeindemitglieder der orthodoxen, liberalen und der progressiven Juden in Hamburg errichtet. Dementsprechend feiern hier alle gemeinsam in der Einheitsgemeinde die Gottesdienste am Sabbat, an den jüdischen Feiertagen sowie die Familienfeste. Wichtig ist hierbei, dass es auch den Anforderungen der orthodoxen Juden entspricht, die eine strengere Einhaltung der 611 Regeln des Talmud praktizieren. Deshalb gibt es auch eine Frauenempore, „damit die Männer nicht von der Lesung aus der Tora abgelenkt werden.“ Frau Salomon selber ist eine liberale Jüdin. An der östlichen Wand, Richtung Jerusalem, befindet sich der Toraschrein mit den prunkvollen Torarollen, die sie uns zeigt. Auf dem Vorhang ist die alte Synagoge abgebildet, eine der schönsten und größten Westeuropas. Darüber hängt das „ewige Feuer“ als Erinnerung an den Jerusalemer Tempel, daneben seit 1992 in einer Vitrine ein riesiger Chanukkaleuchter für das Lichterfest aus dem 17. Jh., der ehemals der Altonaer Gemeinde gehörte und in einem Museumsarchiv entdeckt wurde. In der Mitte des Raumes steht die Bima, das erhöhte Lesepult. Außerdem befindet sich nebenan auch ein Veranstaltungssaal, eine Bibliothek und Lehrräume sowie eine Mikwe, ein Ritualbad. Da in den letzten Jahrzehnten der Antisemitismus, Drohungen und auch Anschläge auf jüdische Mitbürger, Friedhöfe und Synagogen – wie im Herbst 2019 in Halle – deutlich zugenommen haben, wollen viele Hamburger Bürger und Politiker aller demokratischer Fraktionen der Bürgerschaft ein Zeichen setzten: Mit Hilfe von Spenden aus der Gesellschaft soll die Synagoge am Bornplatz wiedererrichtet werden. Weitgehend unbekannt ist, dass verborgen in einem Hinterhof der Neustadt der 1844 erbaute Tempel der liberalen jüdischen Gemeinde 1944 einem Bombentreffer zum Opfer fiel. Die Ruine des Eingangsportals ist noch erhalten. Der Ort gilt als eine der Wiegen des Reformjudentums seit Anfang des 19. Jh. Frau Salomon wünscht sich ausdrücklich, dass auch dieser Tempel als jüdisches Zentrum wiederaufgebaut wird. Wir stimmen ihr gerne zu! Regine Bunde

 

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